Motorumbau von Original 331cui-Cadillac-Motor auf einen Chevrolet 350cui-Motor, mit TH400 Getriebe
und anderen Goodies (Marco).
Grund dieser Umbauaktion war ein kapitaler Motorschaden, und da die Caddymotoren rar und teuer sind, und ich
unbedingt das Auto wieder auf die Straße bringen wollte, war das die beste und günstigste Variante.

 
Zu allererst mussten wir die komplette Front abbauen, um überhaupt an den Motor zu kommen. Nachdem wir die
Front abgeschraubt hatten, haben wir den versifften Motor mitsamt dem Getriebe aus dem Wagen gehoben. Das
war der leichteste Teil der Arbeit.
 
 
 
Als wir den Motor draußen hatten, sahen wir, wie versifft der ganze Vorderbau des Wagens war, und wenn wir
schon dabei waren, einen neuen Motor einzubauen, wollten wir auch alles schön ordentlich machen.
Da mein Kollege gerade dabei war, seinen Bel Air zu restaurieren und er auch einen neuen Motor einbaute,
dachte ich, das passt prima, dann kaufe ich den Motor meines Kollegen ab. Gesagt, getan! Motor mit Getriebe
gekauft, in die Werkstatt gebracht und angefangen die Anbauteile abzuschrauben. Dann der Hammer: Nachdem
wir den Krümmer abgeschraubt hatten, sahen wir einen fetten Riss im Block. Also wieder einen Motor suchen.

Ich habe dann einen neu-überholten und gehohnten Block bei Wilhelmi gekauft. Dazu diverse Teile. Mein
Kumpel, der mir mit dem Caddy geholfen hat, hat dann begonnen, den kaputten Motor meines Kollegen zu
zerlegen, um die Anbauteile wie Vergaser und Spinne weiter zu verwenden. Ich habe inzwischen damit
begonnen, den Forderbau des Wagens zu entfetten und zu entlacken.
 
 
 
 
Als nächstes stand der Motor-Neuaufbau im Vordergrund. Wir wollten beim Wiedereinbau des neuen Chevy-
Motors so vorgehen, dass wir, falls das jemals der Fall sein sollte, wieder ohne größeren Aufwand einen
Original-Motor einbauen zu können. Genauso sind wir auch mit dem Getriebe verfahren. Dies hat natürlich auf
der anderen Seite wieder zu bedeuten, dass wir Halterungen für den Motor und Getriebe anfertigen mussten oder
lassen mussten, da wir kein so dickes Metall schweißen konnten.
Wir haben dem Motor mindestens 10-mal rein- und raus gehoben, bis wir die perfekte Position gefunden haben.
Das nächste Problem, vor dem wir standen, war die Kardanwelle. Sie war zu kurz - ganze 20 cm, da das
Caddy-Getriebe deutlich länger war, als das vom Chevy. Ich habe dann die Welle zu Wilhelmi gebracht, und
er hat sie bei seinem Spezialisten verlängern und wuchten lassen.
 
 
 
 
In der Zeit, in der die Welle beim Spezialisten war, haben wir den Motor komplettiert und gerade auf das
nächste Problem zugesteuert. Die Krümmer haben zwar gerade so gepasst, aber das linke Auspuffrohr ist direkt
auf das Lenkgetriebe gestoßen. Wir mussten uns also überlegen, wie wir die Hosenrohre so anpassen können,
daß wir an der Lenkung vorbei kommen.
Und wo wir schon am Auspuff zugange waren, haben wir auch gleich die Schallämpfer entfernt und durch ein
3-Zoll-Rohr auf jeder Seite ersetzt.
Die Probleme gingen aber noch weiter. Als nächstes haben wir gesehen, daß die originale Benzinpumpe nicht
verbaut werden konnte, da die Halterung genau auf den Rahmen liegt. Wir haben uns also zwangsweise dazu
entschlossen, eine elektrische Benzinpumpe einzubauen.
Das nächste Hindernis, das es zu lösen galt, waren die Anbauteile wie Lichtmaschine und die Montage des
Getriebeaufhängung, da wir uns erst Halterungen bauen mussten. Den Behälter für's Getriebe konnten wir vom
Caddy verwenden, bei der Lichtmaschine mussten wir improvisieren, da weder die vom Caddy passte, noch die
vom Chevy. Da mein Kumpel noch eine vom Peugeot rumliegen hatte, mal die ausprobiert und siehe da, sie
passte wie die Faust auf Auge. Wie uns allen bekannt ist, haben es die Amis nicht so mit Verkabeln. Da wird
schon mal ein Kabel von rechts nach links gelegt und von vorne nach hinten und wieder zurück. Wir haben erst
einmal sämtliche Kabel, nachdem wir sie beschriftet hatten, gekappt und nur die nötigsten so verlegt, daß wir
später so wenig wie möglich davon sehen. Die Probleme hörten einfach nicht auf. Als nächstes war der Kühler
an der Reihe. Der vom Caddy passte nicht, da er den Wassereingang auf der falschen Seite hatte. Also
wieder zu Wilhelmi, der noch einen gebrauchten Chevykühler hatte. Aber einfach nur austauschen wäre zu
schön gewesen. Der Wassereingang war zwar jetzt auf der richtigen Seite, aber das Lüfterrad hätte den
Wasserschlauch filetiert. Zum Glück haben wir jemanden gefunden, der den Stutzen vom Caddykühler auf
den Chevykühler gelötet hat, und somit war auch das Problem gelöst.
 
 
Jetzt endlich war es soweit: Nach ca. 4 Monaten Bauzeit konnten wir das Monster zum Leben erwecken. Es
war der 25.10.09 um 5.25 Uhr morgens, als der Caddy sich lautstark zu Wort meldete. Es war ein Gefühl wie
Weihnachten, Ostern und Geburtstag in einem. Mein erster Gedanke war nur: "Scheiße, ist der laut!"
 
 
So, nun da wir den Motor zum Laufen gebracht hatten, haben wir die Kardanwelle eingebaut. Wir standen jetzt
kurz vor dem ersten Roll out, als uns aufgefallen ist, daß wir gar kein Gas geben konnten, weil das Pedal auf
dem Unterboden lag. Wir mussten feststellen, daß der Vergaser vom Chevy und der Gaszug vom Caddy genau
in die entgegengesetzte Richtung laufen. Aber dieses Problem haben wir mit Improvisation und Experimentieren
auch in den Griff bekommen.
Inzwischen habe ich bereits 400 km mit dem Caddy zurückgelegt, aber die Resto geht mit dem Innenraum
in die 2. Runde...
 

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